Bezug: Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung "Tönnies verliert die Geduld" vom 2. 9. 2016

Solidaritätsadresse der BI für sozial gerechte Abwasserabgaben Weißenfels an BUND Ortsgruppe Hohenmölsen und BI gegen Bau der Tiereste VGA Webau


in Gesprächen mit Bürgern und BI Mitgliedern sind auch wir in Weißenfels zum Ergebnis gekommen, dass es sich hier um eine billige Finte handelt.
Erst einen lange Zeit abgestrittenen Vertrag kündigen und sich dann eine Hintertür offen halten, das geht so überhaupt nicht. Ist aber typisch für ein Unternehmen wie Tönnies und seine undurchsichtigen Strategien, ob im Bezug auf Abwasser oder Lärm und Geruchsemmissionen.
Zumindest wurde im MZ Artikel die Katze aus dem Sack gelassen.
Da ist erstens die Tönniesangabe mit 8 Millionen Schweineschlachtungen pro Jahr, das sind (Unterbrechungen eingerechnet) ca. 25.000 Schlachtungen am Tag, eine erhebliche Steigerung gegenüber aktuellen Zahlen. Damit bestätigen sich befürchtete unmittelbare Auswirkungen auf die Bürger von Weißenfels im Bezug auf erhebliche Steigerungen beim Abwasseranfall und bei der Geruchs- und Verkehrsbelastung von vielen betroffenen Anwohnern.
Da diese Menge an tierischen Abfall nur ca. 50 % des Bedarfs der geplanten Tier – Reste – Vergärung darstellen soll, werden zweitens die restlichen 50 % Tierreste aus ganz Europa heran gekarrt. Dies sieht ja auch der stets abgestrittene 2. Abnahmevertrag mit dem Unternehmen Cortan vor. Übelste tierische Überreste, die eventuell noch aus Ländern kommen, in denen Antibiotika zum Grundnahrungsmittel in der Schweinemast gehört. Man mag sich dieses schlimme perspektivisches Szenario gar nicht vorstellen.
Die BI für sozial gerechte Abwasserbeiträge unterstützt daher den Aufruf/Offenen Brief der BUND Ortsgruppe Hohenmölsen.
Wir rufen alle BI Mitglieder und Weißenfelser auf, jetzt erst recht den Kampf der BUND Ortsgruppe und aller Bürger aus Hohenmölsen und Landgemeinden gegen dieses entsetzliche Vorhaben solidarisch zu unterstützen.
Die lokale Politik, ob in Weißenfels oder Hohenmölsen steht nicht an der Seite ihrer Bürger. Es geht um uns und die Zukunft unserer Kinder und nicht um den schnellen Profit zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit.
Vorstand der BI für sozial gerechte Abwasserabgaben Weißenfels
Der Aufruf wurde am 5. 09. 2016 verlesen und von den Teilnehmern der Montagsdemo mehrheitlich unterstützt.

 

Datum. 2016-09-04

Offener Brief

Hier: Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung „Tönnies verliert die Geduld“ vom 2.9.16

Sehr geehrte Damen und Herren,

der in diesem Artikel dargestellte Sachverhalt beinhaltet eine falsche Darstellung der Haltung des BUND zum weiteren Handlungsgeschehen bzw. widersprüchliche Ausführungen in Bezug auf den geplanten Bau der Tierreste-Vergärungsanlage Webau.

Denn: Eine hier dargestellte Vertragskündigung von Tönnies bedeutet nicht die Änderung der zu vergärenden Stoffe mit denen die VGA beliefert werden soll, d.h. alle bisher aufgeführten Mängel und Kritikpunkte seitens des BUND und der BI bleiben unverändert bestehen, was bedeutet, das Klageverfahren läuft unabhängig (von nicht einmal belegten Ausführungen) , um die Bürger und die Umwelt weiterhin vor diesem geplanten Bau, dessen Antragsunterlagen so unvollständig und mit starken Fehlern behaftet waren bzw. sind, zu bewahren.

Eindeutig sind in den Antragsunterlagen bzw. der Genehmigung der geplanten Anlage folgende Mengen organischer (tierischer) Abfälle aus der Schlachtindustrie ausgewiesen:

37000t Magen-Darm-Inhalt Schwein

8000t Fettabscheider

15000t Fettabscheider gepresst

Der zu verarbeitende Altbrotanteil wird nur mit 6000t Input pro Jahr ausgewiesen, somit soll der Hauptanteil aus Schlachtabfällen bestehen, der dann aus entfernten Regionen eingeführt werden müsste, um diese Anlage zu betreiben.

Außerdem ist selbst in diesem Presseartikel der Einsatz von 60000t Schlachtabfällen für die Anlage angegeben, welche damit den kompletten Input beziffert und nicht etwa nur die Hälfte, wie hier vom Investor angegeben.

Es ist rein wirtschaftlich nicht vorstellbar, dass eine solche Anlage mit der (nicht einmal) Hälfte der zu beliefernden Inputstoffe entsprechend lohnend arbeiten bzw. betrieben wird.

Der Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung führt zu einer Widersprüchlichkeit in den Ausführungen des Verwaltungsleiters des Unternehmens Tönnies – Herrn A. Töpfer , da zu Beginn die Kündigung des Vertrages beschrieben wird und am Ende – bei einem Bau der Tierreste-Vergärung – diese wohl wieder zurückgenommen wird.

Der Stand zu diesem brisanten Thema ist somit unverändert, bei einem Bau der Anlage wird diese – offensichtlich – von der Fa. Tönnies mit Schlachtabfällen beliefert.

Die vorgegebene Kündigung des Vertrages eines Lieferanten (hier: Fa. Tönnies) von Inputstoffen (Tierreste) ändert also nichts an der fehlerhaften Sicherheit und nicht vorhandenen Umweltverträglichkeit der geplanten Vergärungsanlage.

Somit wird noch einmal betont, dass Darstellungen in einem Pressebericht keinen Einfluss auf die Positionierung und Handlungen des BUND und den Mitgliedern der BI diesbezüglich haben.

Für genauere Erläuterungen bzw. die Beantwortung von Fragen Ihrerseits stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Diana Harnisch

Sprecher BUND KG BLK, BUND OG HHM,

BI gegen den Bau der Tierreste-VGA Webau

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