Antwort auf Anfrage in der VR-Sitzung

Am gestrigen Tag erhielt ich eine weitere Antwort. Hier für alle, die es interessiert, der Wortlaut. Im ersten Teil Auszug aus dem „Gutachten“, welches uns bereits vorliegt. Also im Wesentlichen Bekanntes.

„Sehr geehrter Herr Köhler,

wir nehmen Bezug auf Ihre Nachricht vom 06.02.2015 und Ihre Anfrage im Stadtrat am 11.12.2014.

1.Phosphatmangel:

Wir fügen Ihnen an dieser Stelle einen Auszug aus einem Sachstandsbericht ein, welcher in einem anderen Zusammenhang erarbeitet wurde. Wir hoffen damit einen Teil Ihrer Fragen zu beantworten.

„Im kommunalen Abwasser beträgt das C:N:P-Verhältnis erfahrungsgemäß etwa 100:20:5. Die überschüssigen N- und P-Verbindungen können mit den heutigen Methoden meist ohne größere Schwierigkeiten aus dem Abwasser eliminiert werden. Weist ein Abwasser im Zulauf zur biologischen Stufe einen Mangel an einem der Hauptnährstoffe auf, können dadurch vielfältige Probleme auftreten (Tabelle 1 und 2). Liegt ein Missverhältnis der Parameter vor, findet der Denitrifikationsprozess nur eingeschränkt statt und es kommt zu erhöhten Nitrat-Ablaufwerten.

Die Kläranlage Weißenfels weist durch den hohen Anteil an Industrieabwässern des Lebensmittelbereiches ein solches  unausgewogenes Nährstoffverhältnis auf. Diesem Missverhältnis wird erfolgreich entgegengewirkt durch die Zudosierung von leicht abbaubarem Substrat (externe C-Quelle in Form von Essigsäure). Eine zunehmend ungünstige Entwicklung wird derzeit in dem Rückgang der Phosphor-Fracht im Zulauf der Kläranlage beobachtet, d. h. die biologischen Abbauvorgänge der Mikroorganismen in der biologischen Reinigungsstufe werden durch den Mangel an Phosphaten derzeit geschwächt. Ursachen liegen hier zum einen in dem sich durchsetzenden Einsatz von phosphatfreien Waschmitteln bzw. Waschzusätzen zum anderen  in der Vorbehandlung der Fleischwerksabwässer, deren Abwasseranteil ca. 1/3 der zu behandelnden Gesamtabwassermenge der Kläranlage beträgt, durch die Zugabe von Eisen–III-chlorid als Fällmittel und damit Herauslösen der Phosphate aus dem Abwasser. Eingeschätzt wird, dass der beschriebene kritische Zustand eines Phosphatmangels, der die biologischen Aktivitäten der Mikroorganismen in den Reinigungsprozessen hemmt, auf der Kläranlage nicht vorliegt. Sollte sich jedoch das Nährstoffverhältnis weiterhin ungünstig entwickeln, ist eine Zudosierung von Phosphorsäure oder anderer Phosphorverbindungen unvermeidbar und damit die wirtschaftliche Aufwand vergrößert.

In Auswertung der relevanten Abwasserparameter und deren Einflüsse im Abwasserreinigungsprozess stellt sich nunmehr ein höherer Phosphatgehalt eines eingeleiteten Abwassers als nützliche Komponente auf der Kläranlage, jedoch einen Widerspruch zum derzeit eingeführten Starkverschmutzerzuschlag dar. „

2.Kosten Starkverschmutzerzuschlag:

Die Abwasserbeseitigung Weißenfels-AöR hat für das Jahr 2013 in Summe Starkverschmutzerzuschläge in einer Höhe von 286.125,74 € eingefordert.

Auch für das Jahr 2014 werden wir auf Grundlage der Auswertungen von Beprobungen Starkverschmutzerzuschläge erheben. Diese Forderungen werden nach der jeweiligen Schmutzwasserabrechnung 2014 voraussichtlich i.H.v. ca. 26.000 € von vier Unternehmen erhoben.

Die Fleischwerk Weißenfels GmbH sowie die frischli Milchwerk Weißenfels GmbH gehören auf Grund der Qualität der Einleitwerte nicht zu den Betroffenen.  Der Rückgang der vorgenannten Einnahmen zwischen den beiden Jahresscheiben beläuft sich damit auf ca. 90 %. Dies resultiert aus der Tatsache, dass sich die betroffenen Unternehmen bezüglich der Qualität ihrer Abwassereinleitung bemüht haben, den Anforderungen gerecht zu werden. Sicher ist dies auch den damit verbundenen wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Die vorgenannten Einnahmen basieren auf den Randbedingungen der bisherigen Satzung.

Im Wirtschaftsplan 2015-18 gehen wir von jährlichen Einnahmen durch den Starkverschmutzerzuschlag in Höhe von 50.000 € aus. Der in der kurzen Zeit von 2013-14 erkennbare Trend weist aus, dass diesbezügliche Einnahmen weiter sinken und die Planzahlen vermutlich nicht erreicht werden.  Dieser Trend wird aber nicht maßgeblich durch die nunmehr veränderten Grenzwerte und damit verbundene Änderung der Starkverschmutzersatzung bewirkt,  sondern durch den bereits im Jahr 2014 erwirkten Trend, die Abwasserströme qualitativ zu verbessern. Wir gehen nicht davon aus, dass installierte Vorreinigungen bei den betroffenen Unternehmen zurückgebaut werden.

Wie aus dem Zahlenwerk erkennbar ist, verzichtet die Abwasserbeseitigung Weißenfels nicht auf Einnahmen in Millionenhöhe. Wir haben im Verwaltungsrat und Stadtrat umfänglich erläutert, welche Zwänge die Ursache für  die Satzungsänderung des Starkverschmutzerzuschlages darstellen.

Wir werden in diesem und in kommenden Jahr die Beprobungen fortsetzen und ausweiten. Damit werden wir, wie bereits vermittelt, die Datenbasis für die Grundwerte des Starkverschmutzerzuschlages (allgemeine Schmutzfrachtwert im Bereich des kommunalen Abwassers) weiter verfestigen und untermauern. Wir werden im Verwaltungsrat über die Ergebnisse informieren.

 

3.Auf Grund welcher Grenzwertüberschreitungen sind die Starkverschmutzerzuschläge angefallen

Die Ergebnisse der Beprobungen werden behördlich begleitet. Wir bitten um Verständnis, dass wir diese Werte im Einzelnen nicht öffentlich machen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Dittmann

Vorstand

Abwasserbeseitigung Weißenfels – AöR“

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